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Dies ist ein Gastbeitrag von Benedikt Ahlfeld, der sich vor allem an die Heimarbeiter unter uns Papapreneuren richtet.

Noch vor einer Generation wurde zwischen Arbeiten und Wohnen eine bewusste Trennlinie gezogen. Heute gehen der Trend der Arbeitswelt und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder wie das online-fokussierende Arbeiten genau in die entgegengesetzte Richtung.

Gerade als Papapreneur ist man sowohl als Familienvater als auch als oftmals im Home Office tätige Arbeitskraft in seinen eigenen vier Wänden gefangen. Oft fällt es schwer, die richtigen Entscheidungen für das Eine und gleichzeitig gegen das Andere zu treffen, ohne ein persönliches Ungleichgewicht zu erreichen.

Sehr oft stellen wir uns Fragen wie diese:

  • Soll ich die wichtige Arbeit fertig machen oder doch mein Kind von der Schule abholen?
  • Soll ich den Vorspielabend meiner Tochter besuchen oder doch endlich mit dem neuen Projekt starten?

In vielen Situationen fühlen sich Papapreneure als gespaltene Persönlichkeiten und fehl am Platz. Ich möchte dir einige Tipps mitgeben, um Entscheidungen zwischen Familie und Beruf von nun an besser unter einen Hut zu bringen.

Work-Life Balance: Mythos oder sinnvolles Lebensmotto?

Hinter dem Begriff Work-Life Balance versteckt sich der harmonische Zustand in der Form eines gesunden Gleichgewichts zwischen Arbeit, Familie und Freizeit.

Wie steht es eigentlich mit deiner Work-Life Balance?

Fühlst du dich in deinen Entscheidungen und deinem Handeln ausgeglichen?

Es ist bewiesen, dass nicht nur der Arbeitsbereich, sondern auch das Arbeitsumfeld, die gelebte Kultur, das Festhalten an Strukturen und Prozessen und das Wissen, wann welche Dinge in welcher Priorität zu erledigen sind, einen wesentlichen Einfluss auf die Work-Life Balance eines Menschen haben.

Die Work-Life Balance lässt sich schwer messen und wird von jedem Menschen in unterschiedlicher Form wahrgenommen. Doch die Erfahrung und die vielen Erfolgsgeschichten der Papapreneure zeigen, dass ein Leben und Arbeiten in den eigenen vier Wänden, die mehr oder weniger freie Zeiteinteilung und das Gefühl der Unabhängigkeit, sich positiv auf den Gemütszustand auswirken können.

Familie und Business unter einem Hut

Family und Unternehmertum unter einen Hut zu bringen ist nicht immer ein leichtes Vorhaben, aber es ist möglich.

Du musst dir stets bewusst sein: Der Tag hat nur 24 Stunden.

Ohne das Setzen von fixen Prioritäten wird sich dein Leben zu einem Kampf gegen die Zeit entwickeln und über dich bestimmen. Für eine bestimmte Zeit geht dies mit Sicherheit gut, aber auf Dauer wird sich deine Work-Life Balance in einem extremen Ungleichgewicht befinden. Das ist losgelöst von deinem Alter und deinem subjektiv empfundenen „Energielevel“.

Ich erinnere mich noch gut an den Spaziergang im Winter, als mein Vater mit mir einen Ausflug in den nahe gelegenen Wald machte und dann aus heiterem Himmel mit dem Satz kam: „Bub, pass auf, dass du nicht in ein Burn-Out schlitterst!“ Er hatte Recht – auch wenn ich es vorerst nich wahrhaben wollte. Zum Glück beherzigte ich den Rat und konnte diese Erfahrung auslassen.

Und woher kommt die Gefahr des Burn-Out?

Von perfektionistischem Denken!

Gerade als Papapreneur musst du dich von dem Gedanken des ständigen Perfektionismus verabschieden.

Es ist so gut wie nicht möglich, Familie, Beruf, Sport, und Zeit für dich unter einen Hut zu bringen, ohne zumindest zu vordefinierten Zeiten bei dem Einen oder dem Anderen Abstriche zu machen. Es ist daher sehr hilfreich, das selbstständige Business von zu Hause aus in gewisser Weise wie den täglichen Weg ins Büro zu sehen. Mit fixen Arbeitszeiten, aber einer individuellen Gleitzeit und mit einem eigenen Bürobereich, selbst wenn sich dieser Tür an Tür mit dem Wohnzimmer befindet.

Tipp: Stell dir einen Wecker für den Beginn deines Feierabends – und halte dich auch daran!

Als Papapreneur bestimmst du zwar nicht immer, wie viel Arbeit du hast. Aber auf jeden Fall hast du die einmalige Chance zu entscheiden, wann dein Arbeitstag zu Ende ist! Nutze diese geniale Möglichkeit und erkenne es als positive Chance.

Vergiss nicht auf dich selbst zu achten

Durch das Arbeiten in den eigenen vier Wänden ist es nicht notwendig, die Arbeit nach Hause mitzunehmen, sondern dein Zuhause ist deine Arbeit.

Gerade wegen dieser gemeinsamen Räumlichkeit ist es für dich als Mensch von großer Wichtigkeit, nicht auf dich selbst zu vergessen. Neben Familie und Beruf gibt es noch andere Seiten des Lebens, die dich glücklich machen. Oder!?

Um den Spagat zwischen Familie und Beruf als gesunde Turnübung sehen zu können, ist es für dich notwendig, dir bewusste Phasen der Auszeit zu gönnen. Hab dabei kein schlechtes Gewissen! Die Entscheidung für dich ist in keinem Fall eine Entscheidung gegen deine Familie oder deine Arbeit.

Du wirst sehen: wenn du deinen Hobbys nachgehst, dich mit Freunden triffst oder einfach nur Zeit zum Entspannen hast, kannst du in allen Lebensbereichen davon profitieren.

Einfach zur Ruhe kommen und abschalten können bedeutet eine Erholungsphase für deinen Körper. Und gerade in dieser Zeit laufen dein Körper und dein Geist oftmals zur Hochform auf. Neben dem Gefühl der Entspannung werden auch dein Unterbewusstsein und deine Kreativität gefördert.

Diese neuen Erkenntnisse kannst du dann voller Freude und Elan wieder in deinem Privat- und Berufsleben einsetzen. Den meisten erfolgreichen Managern kommen die besten Ideen nicht umsonst mitten im Urlaub, wo die Arbeit eigentlich nicht im Fokus liegt. Sieh also auch diese Entspanungsphasen als Investment in dein Unternehmen!

Es gibt keine verlorene Zeit.

5 Tipps für mehr Balance als Papapreneur

Wenn du dich dafür entschieden hast, Familie und Arbeit unter einem Dach, nämlich in deinen vier Wänden, zu vereinen, ist es hilfreich, klare Spielregeln für alle Familienmitglieder aufzustellen:

  1. Räumliche Trennung – Arbeiten und Wohnen sind auf vielfältige Weise kombinierbar. Um für die Familie und natürlich für dich persönlich eine Abgrenzung zwischen Beruf und Familie schaffen zu können, ist eine räumliche Trennung ein starkes und wichtiges Symbol. Dabei kann es sich um ein eigenes Büro, den Wintergarten oder das Wohnzimmer handeln. Dieser Raum gehört zu deinen Arbeitszeiten dir, dir und deiner Arbeit.
  2. Geregelte Arbeitszeiten – Nur durch eine präzise zeitliche Regelung ist es dir und deiner Familie auch klar, wann dein Fokus auf welchen Themen liegt. Definier fixe Geschäftszeiten oder zumindest Kernzeiten, in denen du dich ausschließlich auf deine Arbeit konzentrieren möchtest, und kommuniziere diese an deine Familie.
  3. Austausch mit anderen – Egal, ob du als Einzelunternehmer oder in einem Vertragsverhältnis dein Arbeitsleben als Papapreneur meisterst, es ist wichtig, sich nicht auf seine eigenen vier Wände zu begrenzen. Versuch deine Besprechungen aktiv außer Haus abzuhalten und einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit anderen zu leben. Gerade in Entscheidungssituationen sind der Ratschlag und die Erfahrungen anderer eine wichtige Stütze.
  4. Halte dich selbst unter Kontrolle – Die Arbeit in den eigenen vier Wänden bringt den Vorteil von Flexibilität und freier Zeiteinteilung mit sich. Viele neigen dazu, diese Möglichkeit bedingungslos auszunutzen und bis in die Nacht und am Wochenende zu arbeiten. Versuch sowohl die Arbeitszeit als auch die Arbeitsmenge zu kontrollieren und dich nicht davon kontrollieren zu lassen. Setze Prioritäten und überprüfe deinen Fortschritt und deine Pausen mittels eines Tagebuches.
  5. Beginn ein Leben nach eigenem Standard – Nimm nichts als selbstverständlich und sieh dich nicht als Gefangener, hin und her gerissen zwischen Familie und Arbeit. Es ist wichtig, dass du deine Situation immer wieder hinterfragst, und versuchst für dich abzuklären, ob die gegenwärtige Situation noch deine Wertvorstellungen erfüllt. Die Möglichkeit als Papapreneur gibt dir, bis zu einen gewissen Rahmen, die Option, deinen Tagesablauf selbst zu gestalten. Sei dir dieser Freiheit bewusst und versuche sie bestmöglich für deine Situation einzusetzen.

Fazit

Ein Leben als Papapreneur bringt mit Sicherheit sehr viele Vorteile mit sich.

Doch langfristig wird es dich nur mit einer ausgeglichenen Work-Life Balance glücklich machen. Deshalb ist es für dich als Mensch und für deine Familie wichtig, zu bestimmten Zeiten eine bewusste Entscheidung für den Job, für die Familie oder dich selbst zu treffen.

Du bist ein Mensch mit zwei Händen und keine 8-armige Krake. Darum versuch, das Beste aus deinen dir gegebenen Ressourcen herauszuholen, um Arbeit, Beruf und Freizeit harmonisch ineinander verschmelzen zu lassen.

Die Frage an Dich: Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht, Deine Arbeit im heimischen Office und Dein Privatleben voneinander abzugrenzen?

Benedikt Ahlfeld ist Trainer, Autor und Entscheidungsmacher. Er zeigt, wie man selbstbestimmte Entscheidungen trifft und damit seine volle innere Kraft nutzt. Besuche ihn auf www.BenediktAhlfeld.com und finde heraus, wie du dein Leben nach eigenem Standard gestalten kannst.

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